Prague Brass Ensemble
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Prague Brass Ensemble

Fünf Musiker technisch und humoristisch in Höchstform

Das Prager Blechbläserensemble musiziert bei den Wurzer Sommerkonzerten Werke vom Barock bis ins 20. Jahrhundert

 

 

Wochenlang hatte das Wetter ein Einsehen damit, dass der Innenhof des Historischen Pfarrhofs in Wurz gerade für Bläser als Spielort am Besten geeignet ist. Nicht so am Sonntag, als das Prager Blechbläserensemble zu Gast war, weshalb der ehemalige Marstall als Ausweichort sehr gut gefüllt war. Um es vorweg zu sagen: Blechbläser erzeugen eine gewisse Lautstärke, die Prager Musiker achteten aber sorgfältig darauf, im kleinen Raum nicht zu lautstark aufzutreten .

Comedy-Einlage inklusive

Die Trompeter Frantisek Bílek und Arnold Kinkal, der Hornist Jirí Lisý, Jan Votova (Tenorposaune), sowie Karel Kucera (Bassposaune) spielten als Einleitung „Drei Krönungsintraden“ von Jirí Ignác Línek, also Musik, die feierlich gelungenes Zusammenspiel von Blasinstrumenten vorführt. In insgesamt 14 Werken zeigten die Musiker ihr Können in hymnischen wie tänzerischen Klängen. Sowohl die Auswahl aus der „Böhmischen Laute“ von Adam Michna aus Otradovice als auch die „Prager Tänze“ von Valerius Otto mit ihren verschiedenen Stimmungen bewiesen das.

Ebenso wurden die langsamen wie schnellen Sätze der „Parthia in F“ von Frantisek Xaver Dusek in passender Tongebung und Lautstärke musiziert. Immer wieder aufs Neue faszinierte dabei die Abrundung der Töne ohne Scheppern oder Verzerren des Klangbildes – man hätte solche Ungenauigkeiten schnell gehört. Aber die schwungvolle Darstellung des einleitenden Allegros aus der „Kleinen Nachtmusik“ KV 525 von Mozart gelang tadellos. Beim ersten Thema des Largos aus der 9. Symphonie e-moll op. 95 von Antonín Dvorák waren die Anfangstakte nahezu im Originalklang, und die wundersame Melodie blies eben nicht das Englischhorn, sondern die Trompete. Die „Opernsuite“ von Giuseppe Verdi basierte auf dem Triumphmarsch aus „Aida“, in den Melodien aus anderen Opern eingebunden sind.

Nach der Pause wurde die „Carmen“-Suite“ von Georges Bizet taktweise begonnen, weil ein Trompeter erst mal Zeitung las, bis sie ihm der Posaunist entriss. Der wiederum bekam die Rote Karte gezeigt und musste aus der Ferne seinen Tonbeitrag abliefern. Das Publikum lachte hemmungslos über die witzigen Einfälle bei dieser aufgepeppten Fassung der „Carmen“. Warum sollte eine solche Show die Ernsthaftigkeit einer Konzertveranstaltung nicht einmal auflockern?

 

Der „Säbeltanz“ aus „Gayaneh“ von Aram Khachaturian verlief dann wieder normal. Erforderte er doch in seiner unglaublichen Geschwindigkeit und damit verbundenen Virtuosität strengste Konzentration. Nach einigen berühmten Filmmelodien entwickelte „Granada“ von Augustin Lara seine weitgespannte Melodie im vollen Sound des Bläserklangs. Im folgenden Volkslied vom „Kuckuck“ blies der 1. Posaunist auf der Okarina mit ihrem „U“-Klang das Echo. Das nächste Stück, „Slim Trombone“ von Henry Filmoore, gestalteten die beiden Posaunisten in einfühlsamer Tonstärke alleine.

„Panther“ zur Zugabe

Zum Schluss „Four Hits for five“ von George Gershwin, also swingende Klänge, leicht jazzig und schwer rhythmisch – ein Genuss. Als Zugabe erklang „At the Jazz Band Ball“ von Nick LaRocca and Larry Shields, das gab jedem Spieler die Möglichkeit, sein Instrument noch einmal solistisch vorzuführen. Dann ertönte die geheimnisvolle Titelmelodie aus „Der rosarote Panther“ in rhythmisch spannender Darstellung. Dann noch eine Fanfare im Stehen, bei der die Musiker ihr Können mit leisen wie lauten Tönen bewiesen. Ein Erlebnis der besonderen Art: Man versteht, warum dieses Ensemble in der ganzen Welt zu Hause ist.