Prague Brass Ensemble
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Prague Brass Ensemble

Keine Faxen mit Panther, Fledermaus und Co.

Wurzer Sommerkonzerte erst draußen, dann drinnen: Mehr als 300 Besucher beim Prager Blechbläserensemble

Natürlich haben Oper, Jazz und Filmmusik in einer Kirche nichts verloren. Keine Frage, der Pfarrgarten wäre der passendere Ort gewesen für „Pink Panther“, Fledermaus und Carmens Flirtoffensive. Aber wenn’s der Herrgott doch hat regnen lassen und für kurze Zeit sogar ein seliges, alle „Brüderlein und Schwesterlein“ vereinendes „Duidu“ durch den Kirchenraum schwebte: „Für die Ewigkeit, immer so wie heut'“

Im Ernst: Das Prager Blechbläserensemble hat alles richtig gemacht. Nicht nur musikalisch. Mehr als dreihundert Besucher zog es vergangenen Sonntagnachmittag nach Wurz. Zunächst in den Pfarrgarten, wo der erste Programmteil mit barocker Bläsermusik vonstatten ging. Da brauchte es nur wenige Takte aus Charpentiers „Te Deum“, um eines gleich von Anfang an und in aller Deutlichkeit zu signalisieren: Hier sind Musiker am Werk, die ihr Handwerk beherrschen.

Ohne Schnickschnack

Schnörkellos, selbstbewusst und souverän – und ohne Moderations-Schnickschnack. Die fünf Herren aus Prag überließen ausschließlich der Musik das Wort. Und die erzählte kontrast- und farbenreich vom festlichen Glanz barocker Suiten, von Mozarts volksnahem Divertimento-Ton, aber auch von der formalen Strenge Bach’scher Fugen oder alter Cantus-firmus-Vertonungen. Sauber, präzise und in spielerischer wie klanglicher Homogenität präsentiert. Trotz drückender Schwüle und aufdringlicher Wespen.
Zumindest letzteres Problem löste sich mit den ersten Regentropfen, die noch während der Pause fielen. Unvermeidlich war der Umzug in die Wurzer Pfarrkirche, wo man nolens volens den weltlichen Teil absolvierte.
Doch die Musiker wussten mit der Situation umzugehen, wechselten lediglich die Krawattenfarbe und führten das fort, was sie im Pfarrgarten begonnen hatten: Gute Musik ohne Moderationen, Slapstick und Showeinlagen.
Ob „Carmen“ oder „Carmina Burana“, Gershwin oder Strauß, Champagner trunkene Fledermaus oder Mancinis „Rosaroter Panther“, der an diesem Nachmittag dank Posaunist Karel Kucera noch ein bisschen lasziver schnurrte als sonst: klasse Arrangements, klasse interpretiert – und frei von Faxen.

Kleine heitere Gesten

Dass die fünf Herren ihren Spaß an der Freud hatten, verrieten kleine Gesten, ein Augenzwinkern und ihre Musik, die leichtfüßig, aber nie im aufgesetzten Übermut daher kam. Alles richtig gemacht vom Prager Blechbläserensemble.

Von Andrea Prölss  |  23.08.2011  | Netzcode: 2933913  |  138 Mal gelesen